Sein eines Schriftstellers

Sein eines Schriftstellers

 

Literarische Worte,

bestimmen mein Leben,

immer dann wenn ich hektisch aufspringe

um Gedanken nieder zu schreiben,

bevor sie wieder verschwinden.

 

Vielleicht bin ich einfach zu schnell.

 

Oder manchmal zu langsam,

um die Gedanken aufzuschreiben,

die durch meinen Kopf wandern.

Literarisch.

Immer literarisch,

anders kann ich gar nicht mehr denken.

 

-Jette Menger

Schwarze Vögel

Schwarze Vögel

 

Schwarze Vögel,

zieren blauen Himmel,

knorrige Äste die Nacht,

Maiglöckchen den Tag,

bei Sonnenschein.

 

Schwarze Vögel,

sitzen auf knorrigen Ästen

bei Nacht

und bei Sonnenschein.

 

Im Frühling,

erwachen Maiglöckchen 

aus kaltem Boden.

 

Schwarze Vögel 

glitzern silbern.

Bei Sonnenschein.

 

-Jette Menger

Vollmond

Es ist Vollmond

und zusammen mit den

knorrigen Ästen,

gibt das ein wundervolles Bild,

fast wie in einem Märchen.

 

Fünf Minuten später:

Der Mond ist verschwunden,

zurück bleiben die knorrigen Äste,

die mich daran erinnern,

dass ich heute aufstehen muss,

und nicht in einem Märchen lebe. 

 

-Jette Menger

Weltkarte

Tanz zu dritt

 

Wir stehen

vor einer großen Weltkarte,

mit Träumen und Erinnerungen

in den Augen.

Wir zeigen auf die Länder,

in denen wir waren,

und auf jene

die wir noch bereisen wollen.

Wir stehen

vor einer großen Weltkarte.

Mit Träumen und Erinnerungen

in den Augen.

 

-Jette Menger

Deutschunterricht

Deutschunterricht

 

Wir sollen Gedichte analysieren,

als würden sie dadurch 

eine tiefere Bedeutung erlangen,

als würden sie nur

so einen Sinn ergeben.

 

Wir sollen Gedichte analysieren,

als könnte man sie nicht viel besser

durch ihre Magie verstehen,

als sollten wir gar nicht wissen,

dass sie Magie haben.

 

Ich analysiere und interpretiere,

weil wir die Gedichte so lesen sollen,

als hätten sie keine Magie.

 

-Jette Menger

Internet

Was wir nicht sehen

 

All die Zeit,

die ich im Internet verbringe,

könnte ich auch

mit dir verbringen.

 

Ich könnte das Gras

unter meinen Füßen

und den Wind

in meinen Haaren spüren.

Ich könnte lachen,

ich könnte weinen,

ich könnte fühlen

und ich könnte den Vögeln

beim singen lauschen.

 

Doch all die Zeit

die ich mit dir verbringen könnte,

geht verloren,

denn ich öffne die nächste App

und vergesse,

was ich eigentlich wollte.

 

– Jette Menger

Gesellschaft

Welt aus Draht

 

Das ist, was ich eine kaputte Gesellschaft nenne.

Wir biegen unsere Zähne mit Drähten gerade,

weil wir die Schönheit der anderen,

nicht in ihrem Inneren sehen können.

Wir tun Plastik in die Brüste der Frauen

und Botox in die Gesichter der Alten.

Wir wollen ein perfekt,

dass es gar nicht gibt,

weil wir die Schönheit der anderen,

nicht in ihrem Inneren sehen können.

Das ist, was ich eine kaputte Gesellschaft nenne.

 

-Jette Menger

Geschichten

Geschichten

 

Es geht doch immer um Geschichten,

um große und kleine,

um welche die bewegen

und jene die berühren.

 

Es geht doch immer um Geschichten,

um laute und leise,

um welche die gehört werden

und welche die selbst hören.

 

Um jene die singen

und welche die klingen.

Es geht doch immer um Geschichten.

 

-Jette Menger

Baum

Ein Baum in meinem Garten

 

Der Baum in meinem Garten,

der doch einst so groß war,

wie ich selbst,

hat mich inzwischen

um Längen überholt.

An ihm sehe ich die Zeit wachsen,

sehe wie die Jahre 

sich dem Himmel 

entgegen strecken

und auch wie ich wachse,

obwohl ich die Blätter

nicht mehr erreichen kann.

An mir selbst,

kann ich es nur fühlen,

während ich an dem Baum

im meinem Garten,

die Zeit wachsen sehe.

 

-Jette Menger

Schweigen

Schweigen

 

Wir schweigen mit dem Mond.

Wir verlieren uns in der Nacht,

Wir folgen den Sternen,

Ohne ihnen jemals nah stehen zu können.

Wir wandern in der Nacht,

Über leere Straßen und weite Felder,

Und,

Wir schweigen mit dem Mond,

denn er ist der einzige,

der uns hört.

In unserem Schweigen.

 

-Jette Menger