Geschichten

Geschichten

 

Es geht doch immer um Geschichten,

um große und kleine,

um welche die bewegen

und jene die berühren.

 

Es geht doch immer um Geschichten,

um laute und leise,

um welche die gehört werden

und welche die selbst hören.

 

Um jene die singen

und welche die klingen.

Es geht doch immer um Geschichten.

 

-Jette Menger

Baum

Ein Baum in meinem Garten

 

Der Baum in meinem Garten,

der doch einst so groß war,

wie ich selbst,

hat mich inzwischen

um Längen überholt.

An ihm sehe ich die Zeit wachsen,

sehe wie die Jahre 

sich dem Himmel 

entgegen strecken

und auch wie ich wachse,

obwohl ich die Blätter

nicht mehr erreichen kann.

An mir selbst,

kann ich es nur fühlen,

während ich an dem Baum

im meinem Garten,

die Zeit wachsen sehe.

 

-Jette Menger

Schweigen

Schweigen

 

Wir schweigen mit dem Mond.

Wir verlieren uns in der Nacht,

Wir folgen den Sternen,

Ohne ihnen jemals nah stehen zu können.

Wir wandern in der Nacht,

Über leere Straßen und weite Felder,

Und,

Wir schweigen mit dem Mond,

denn er ist der einzige,

der uns hört.

In unserem Schweigen.

 

-Jette Menger

Zeit

Zeit

 

Keine Zeit für nichts.

Keine Zeit für dich,

obwohl du sie so dringend brauchst.

Keine Zeit für die Dinge,

die ich Liebe,

obwohl ich sie so dringend brauche.

Wir haben keine Zeit,

aber niemand hört unsere Schreie.

Niemand sieht,

woran alles zerbricht.

Niemand sieht,

dass wir keine Zeit haben.

 

-Jette Menger

Versteck

Mein Versteck vor dir

 

Ich winke dir von weit weg,

damit du mich nicht sehen kannst.

Ich flüstere deinen Namen,

in die Stille Nacht hinein,

damit du ihn nicht hören kannst.

Ich träume von dir,

was sowieso niemand mitbekommt.

Ich schweige wenn du vor mir stehst,

versuche dir all das,

nur mit einem einzigen Blick,

zu sagen. 

 

-Jette Menger

 

Nichts

Nichts

 

Ich treffe denselben Kellner,

Jenen der mich am Morgen bedient hat.

Ich treffe denselben Kellner,

dem ich einen Euro Trinkgeld gab.

Auch er klettert den Berg hinauf,

auch er möchte die Aussicht genießen.

Ich muss mich korrigieren,

hier oben ist er kein Kellner,

denn verglichen mit der Aussicht

sind wir beide

nichts.

 

-Jette Menger

Flugzeug

Ein Blick in den Himmel

 

Wohin fliegt das Flugzeug?

Vielleicht ans andere Ende der Welt.

Vielleicht über Berge und Seen.

Vielleicht zu Orten an denen,

ich nie zuvor gewesen bin.

Vielleicht zu Orten,

die mich glücklich machen könnten.

Aber das Flugzeug fliegt nur über mir,

Ich sitze nicht darin. 

 

-Jette Menger

Ufer

Anderes Ufer

 

Ein Mann am Ufer,

Einsam und verloren steht er da.

Vielleicht singt er vor sich hin,

Aber ich kann es nicht hören.

Vielleicht lächelt er,

Aber ich kann es nicht sehen.

Vielleicht ist er gar nicht einsam.

 

Ein einzelner Stern,

leuchtet über ihm.

Vielleicht ist auch er nicht einsam.

 

Vielleicht bin ich es auch nicht.

 

-Jette Menger

Fassade

Fassade

 

Wenn ich hinter die Fassade blicke,

sehe ich so viel mehr,

von dir.

Ich sehe wie prächtig deine Farben sind.

Ich spüre wie zärtlich deine Wort sind.

Ich sehe einen anderen Menschen,

wenn ich hinter die Fassade blicke. 

Aber du,

du lässt mich die Mauern nicht einreißen.

Du lässt mich nur hinüberblicken,

als einzige.

 

-Jette Menger

gehen

Wohin ich gehe

 

Wenn ich dir sage,

wohin ich gehe,

Folgst du mir dann?

Verschmelzen wir zusammen

mit dem Horizont?

 

Wenn ich dir sage,

was ich fühle,

Würdest du es für dich behalten?

Würden wir zusammen schweigen?

 

Wenn ich dir sage,

wohin ich gehe,

würdest du mich verstehen?

 

-Jette Menger

Straße des Meeres

Straße des Meeres

 

Irgendwo,

auf der Straße des Meeres,

wo wir zusammen saßen,

und uns Geschichten erzählten.

 

Irgendwo,

auf der Straße der Sterne,

wo wir zusammen in den Himmel blickten,

und uns Geschichten erzählten.

 

Irgendwo,

auf der Straße der Musik,

wo wir zusammen sangen,

und uns Geschichten erzählten.

 

Irgendwo da, 

trafen sich unsere Leben.

 

-Jette Menger